Musikwünsche auf der Hochzeit: was ist sinnvoll?
Tipps für die Planung eurer Hochzeit
Die Musik gehört zu den Dingen, die eine Hochzeitsfeier besonders persönlich machen. Fast jedes Paar hat Songs, mit denen bestimmte Erinnerungen verbunden sind. Gleichzeitig treffen auf einer Hochzeit viele unterschiedliche Generationen und Musikgeschmäcker aufeinander.
Da stellt sich schnell die Frage: Wie viele Musikwünsche sollte man einem DJ eigentlich mitgeben? Und sollten sich auch die Gäste während der Feier Songs wünschen dürfen?
Meine Antwort darauf ist ziemlich eindeutig: Musikwünsche gehören für mich zu einer Hochzeit dazu. Entscheidend ist nur, wie man damit umgeht.
Sollten wir unserem DJ eine Playlist schicken?
Sehr gerne. Allerdings muss es keine komplett durchgeplante Playlist für sechs Stunden Party sein.
Viel hilfreicher ist eine Auswahl an Songs und Musikrichtungen, die euch wirklich gefallen. Dadurch bekomme ich ein Gefühl dafür, welche Musik zu euch gehört und wie ihr euch eure Feier vorstellt.
Ihr könnt beispielsweise Songs nennen, die auf keinen Fall fehlen dürfen. Genauso interessant sind Künstler oder Musikrichtungen, die ihr gerne hört.
Die Playlist dient dabei als Orientierung und nicht als starres Programm. Schließlich lässt sich vorher nur schwer vorhersagen, welche Musik an diesem Abend bei euren Gästen besonders gut funktioniert.
Wie viele Musikwünsche sind sinnvoll?
Dafür gibt es keine feste Zahl. Eine Auswahl von beispielsweise 15 bis 30 Songs gibt aber bereits einen ziemlich guten Eindruck von eurem Geschmack.
Wichtiger als die Anzahl ist die Aussage dahinter.
Wenn eure Liste aus 25 Songs besteht, die musikalisch völlig unterschiedlich sind, ist das überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Gerade auf Hochzeiten darf die Musik abwechslungsreich sein.
90er, 2000er, aktuelle Charts, House oder ein paar Klassiker können an einem Abend wunderbar zusammenpassen. Die Aufgabe des DJs besteht darin, daraus einen musikalischen Verlauf zu machen, der zur Gesellschaft und zum jeweiligen Moment passt.
Was ist mit Liedern, die wir auf keinen Fall hören möchten?
Auch das solltet ihr ansprechen.
Wenn ihr bestimmte Songs, Künstler oder ganze Musikrichtungen nicht mögt, gehören diese Informationen genauso zur Vorbereitung wie eure Lieblingsmusik.
Solche No-Gos sind für mich sogar sehr hilfreich. Schließlich geht es um eure Hochzeit. Wenn ihr einen bestimmten Song überhaupt nicht ausstehen könnt, sollte er nicht plötzlich laufen, nur weil sich ein Gast genau diesen Titel gewünscht hat.
Ihr müsst dabei keine riesige Verbotsliste erstellen. Nennt einfach die Dinge, bei denen ihr wirklich sagt: Das möchten wir auf unserer Hochzeit nicht hören.
Dürfen sich unsere Gäste Musik wünschen?
Aus meiner Sicht: JAEIN.
Musikwünsche der Gäste können eine Party in machen Fällen richtig bereichern. Manchmal kommt ein Wunsch, den ich selbst in diesem Moment gar nicht auf dem Schirm hatte und der perfekt zur Gesellschaft passt.
Trotzdem bedeutet ein Musikwunsch nicht automatisch, dass der Song sofort als Nächstes oder überhaupt läuft.
Wenn gerade die Tanzfläche zu einem bestimmten Musikstil voll ist, wäre ein komplett anderer Titel möglicherweise genau der falsche Übergang. Dann merke ich mir den Wunsch und schaue, ob und wann er ggf. sinnvoll in den Abend passt.
Manchmal passt ein gewünschter Song allerdings auch überhaupt nicht zur aktuellen Situation oder widerspricht euren vorher besprochenen No-Gos.
Warum kann eine komplett vorgegebene Playlist schwierig sein?
Natürlich könntet ihr jeden Song des Abends vorher festlegen. Ich würde euch davon allerdings abraten.
Eine Hochzeit lässt sich musikalisch nur begrenzt im Voraus planen.
Vielleicht funktionieren die 2000er an diesem Abend hervorragend und die Tanzfläche ist voll. Dann wäre es schade, nach drei Liedern zwingend das Genre zu wechseln, nur weil es vorher so in einer Playlist festgelegt wurde.
Genauso kann ein Song, den ihr euch bei der Planung als absoluten Partyhit vorgestellt habt, an diesem Abend einfach nicht funktionieren.
Genau hier liegt für mich einer der großen Unterschiede zwischen einer Playlist und einem DJ: Ich kann beobachten, was auf der Tanzfläche passiert, darauf reagieren und die Musik entsprechend anpassen.
Mein Tipp für eure Musikauswahl
Macht euch vor der Hochzeit gemeinsam Gedanken darüber, welche Musik euch wirklich wichtig ist.
Erstellt lieber eine überschaubare Liste mit euren Lieblingssongs, ein paar absoluten Must-haves und euren No-Gos, statt den gesamten Abend im Voraus festzulegen.
Den Rest darf die Party entscheiden.
Denn am Ende entsteht eine volle Tanzfläche selten dadurch, dass eine Playlist Punkt für Punkt abgearbeitet wird. Sie entsteht, wenn eure Wünsche, die Stimmung der Gäste und der richtige Song im richtigen Moment zusammenkommen.
